Ode an das iPhone

Telefon früher, iPhone heute

Telefon früher, iPhone heute

Ich empfehle jedem Geschäftsmann, jeder Geschäftsfrau, ein iPhone(1) zu kaufen. (Nein, ich erhalte keine Provision!) Nicht nur weil es ein smarter Alltagshelfer ist. Wer sein iPhone aufmerksam studiert, kann lernen, wie Geschäftsmodelle neu gedacht werden können. Schlüsse auf das eigene Geschäft nicht ausgeschlossen. Apple hat mit diesem Gerät vor allem eines konsequent geschafft: um eine Sache einzukaufen, braucht man nur noch einen Klick. Das Ladengeschäft hat man dabei immer in der Hosentasche. Den Anfang machen die “Apps”

Wer sein iPhone kauft, hat eigentlich schon alle Dinge darauf installiert, die man für Telefonie, Kalender, Internet und E-Mail braucht (und ein paar mehr). “Was will man denn noch?” könnte man fragen. Die Antwort: Spiele, Nachrichten, Fernsehprogramm, Satellitenbilder, Wanderrouten … und was einem sonst noch so einfällt. Für jedes Hobby gibt es eine “App”, eine kleine Softwareapplikation, die man sich bequem mittels AppStore(2) auf das iPhone lädt. Viele davon sind kostenlos zu haben, manche für 79 Cent, andere ein paar Euro. Selbst für wirklich teure werden dann vielleicht mal zehn Euro fällig.

Damit hat Apple zwei Dinge im Softwaremarkt neu gedacht: der Softwarekauf ist einfach wie nie und die Preise sind so niedrig, dass sie als Argument gegen den Kauf schlicht entfallen. Zusätzlich gibt es eine riesige Auswahl an Applikationen, da Apple all diese Apps nicht selbst programmiert, sondern Dritten die Möglichkeit bietet, diese zu verkaufen. So ist gleichzeitig sichergestellt, dass jeder etwas Nützliches finden wird. Der Geschäftsmann spart sich etwa die Zeiterfassung im Büro, der junge Spielefan kann an der Bushaltestelle nach dem neuesten Highscore jagen. Da lohnen sich große Werbekampagnen, hat man doch eine wirklich große Zielgruppe und kann dieser immer einen Nutzen bieten.

Musik und Videos sind die Fortsetzung

Wer nun denkt, des Geschäftsmodells sei damit genüge getan, der weiß noch nichts von iTunes(3). Auch ein virtuelles Ladengeschäft mit angeschlossener Videothek. Ob das aktuelle Lieblingsstück aus den Charts, ein Musikvideo oder einen ehemaligen Kinofilm, auch hier kommt man mit wenigen Klicks zum Ziel. Dazu gibt es dann Apps, wie etwa Shazam(4), die den Kauf erleichtern: wer im Radio seinen Lieblingshit hört, startet die Software auf dem iPhone, hält das Gerät vor die Lautsprecher und bekommt in Sekundenschnelle Titel und Interpret genannt. Selbstverständlich inklusive der “Kaufen”-Schaltfläche.

Dazu Markenfetischisten, Technik-Experten & …

Das sind nur zwei Beispiele aus der Welt des iPhone. Aufmerksame Nutzer können diese Liste vermutlich lange fortsetzen. Dass Apple in Sachen Markentechnik beherrscht, was es zu beherrschen gibt, dürfte allseits bekannt sein. Die Bedienung ist gewohnt einfach und die Technik ausgefeilt. Apple zeichnet eben in Summe immer wieder eine Sache besonders aus: die Firma scheint selbst zu denken, während andere immer nur eine Neuauflage dessen machen, was es bereits gibt. Und das gibt dann eben immer wieder etwas Besonderes.

Auf gute Geschäfte!

Ihr
Holger Zimmermann
Projektmensch.


(1): iPhone ist eine Marke von Apple
(2):AppStore dürfte auch eine Marke von Apple sein, vermute ich mal
(3): ebenso
(4): keine Marke von Apple, vermutlich, jedoch von Shazam in London

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6 Antworten zu „Ode an das iPhone“

  1. zielfaktor sagt:

    Danke für diesen Beitrag.
    Er zeigt deutlich, dass man heutzutage als Unternehmer nicht mehr alles selbst erfinden muss. Dank Internet kann ich auf ein riesiges Nutzer- und Support-Potential zurückgreifen, welches ich “nur noch” anzapfen muss. Das schafft mir auch personelle Freiräume, die ich gezielt für strategische Überlegungen nutzen kann.

    Die Aufgabe des Unternehmers bzw. des Marken-Inhabers besteht jetzt hauptsächlich darin, die Idee zu bringen und zu schützen, sowie die Inputs zu kanalisieren. Ganz im Sinne eines Regisseurs.

    Apple bzw. Steve Jobs macht es vor, wie man über eine Marke in Verbindung mit gutem Design, Innovation und Anwenderfreundlichkeit sehr gute Geschäfte im oberen Preissegment machen kann.

    Gruss Vic

  2. Und, was jetzt? « Projektmensch-Blog sagt:

    [...] Auf Innovationen setzen, die außerhalb des (kopierbaren) Produktes liegen, d.h. den Kunden und seinen Bedarf besser verstehen (etwa wie Apple, vgl. “Ode an das iPhone“) [...]

  3. “Das klappt nie!” Der Beweis: es hat noch nie geklappt. « Projektmensch-Blog sagt:

    [...] denn man muss sich in diesem Fall kein bisschen anstrengen. Apple hat mit iTunes, iPod, iPad und iPhone übrigens selbst nachgedacht und einer ganzen, totgesagten Industrie neues Leben eingehaucht. Dank [...]

  4. Projektmensch-Blog » Blog Archiv » Macht unser Leben einfacher! Bitte. sagt:

    [...] stecken will. Deshalb habe ich den Ausschalter betätigt. Selbst mein iPhone, das wirklich die Krönung der einfachen Gestaltung ist, verlangt andauernd von mir, ich solle irgendwelche Apps auf den aktuellen Stand bringen. Ich [...]

  5. Projektmensch-Blog » Blog Archiv » Gelesen und für gut befunden: “Steve Jobs” sagt:

    [...] dass man viele Zusammenhänge erkennt und Entwicklungen nachvollziehen kann, die zu iMac, iPod, iPhone, iTunes und iPad geführt haben. Auch ein Lehrstück für alle, die auf der Suche nach neuen [...]

  6. Projektmensch-Blog » Blog Archiv » zweitkauf.de: Einfachheit als Geschäftsmodell sagt:

    [...] gekauft habe. Sei es online oder in der realen Welt. Ich scanne einfach den Barcode mit meinem Mobiltelefon und flugs wird das Teil erfasst. Will ich dasselbe Produkt erneut kaufen, melde ich mich mit meinen [...]

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